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Leben Sie die Kultur des Hinschauens

(Allgemeines / Sonstiges)
Ein Mensch wird bedroht, bedrängt, beraubt, angegriffen – sei es tätlich oder mit Worten. Oft genug geschieht das unter den Augen vieler, am helllichten Tag: beim Einkaufen, in einem stark frequentierten öffentlichen Verkehrsmittel, in der Schule, am Arbeitsplatz. Dann Zivilcourage zu beweisen, wird immer wichtiger. Doch die meisten wenden sich einfach ab oder schweigen. Die einen aus Desinteresse, die anderen aus Angst, manche aus Hilflosigkeit oder einer Mischung von allem.

Leben Sie die Kultur des Hinschauens, indem Sie einige Grundregeln sinnvoll eingesetzter Zivilcourage beherzigen. Oberstes Gebot: Ich helfe – jedoch ohne mich selbst in Gefahr zu bringen. Niemand ist verpflichtet, die eigene Gesundheit oder gar das Leben aufs Spiel zu setzen.

Jeder Mensch kann aber dafür sorgen, dass ein Opfer Hilfe bekommt, und sollte das als Verpflichtung empfinden. Sind andere in der Nähe, fordern Sie diese mit direkter Ansprache zur Mithilfe auf: „Sie, in dem roten Mantel, und Sie mit dem grauen Pullover, helfen Sie mir!“, oder: „Sie, die Dame mit dem weißen Hut, rufen Sie die Polizei!“
Solchen direkten Appellen können sich die wenigsten Menschen entziehen, was bei Sätzen wie: „Nun hilf doch mal einer!“, oder „Warum tut denn niemand was“, sehr stark der Fall ist.

Eine weitere Möglichkeit: Sie organisieren Hilfe, indem Sie unter dem Notruf 110 die Polizei alarmieren. Im Handy-Zeitalter ist das für die meisten ein leichtes Unterfangen. In öffentlichen Verkehrsmitteln können Sie auch die Fahrerin oder den Fahrer informieren, die einen Notruf weitergeben.

Bedenken Sie, bitte: Zivilcourage beginnt nicht erst beim Einschreiten zur Verhinderung von Straftaten und körperlicher Gewalt. Wichtig ist auch, für andere einzutreten, die gehänselt oder diskriminiert werden. Oder an der Supermarktkasse darauf hinzuweisen, dass die Jugendliche davor doch eher wie 14 statt wie 18 aussieht, wenn die sich gerade anschickt, drei Flaschen Hochprozentiges zu bezahlen und die Kassiererin ihre Pflicht vergisst, nach dem Ausweis zu fragen.

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